Ein Land ohne Grenzen

Von einem einheitlichen Kurdistan kann nicht die Rede sein, da sich das Gebiet auf vier Regierungen verteilt. Die Kurden sind das größte Volk ohne einen eigenen Staat, obwohl das Land mit seinen ca. 530 000 km² etwa so groß sein würde wie Frankreich. Unter Kurdistan ist nur zu verstehen, dass dessen Bevölkerung mehrheitlich aus Kurden besteht. Dieses Gebiet liegt mitten in Vorderasien zwischen dem 34. und 40. Grad nördlicher Breite und dem 38. und 48. Grad östlicher Länge. Es erstreckt sich durch die Länder Osttürkei, Westiran, Nordostspitze Syriens und Südwesten Armeniens.

Die Bevölkerungsdichte der Kurden wird auf 38-40 Millionen Menschen geschätzt. Davon leben etwa 19-20 Millionen in der Türkei, etwa 10 Millionen in Iran, etwa 4 Millionen in Irak , etwa 1.5 Millionen in Syrien, etwa 60 000 in Azerbaycan, etwa 56 000 in Armenien und etwa 3 Millionen auf weitere Länder verteilt.

Die Kurden leben vor allem am Oberlauf des Tigris und rund um den Van-See im Südosten der Türkei, in den Tälern des Großen und Kleinen Zarp im Nordosten des Iraks und südlich des Urmia Sees Nordwesten Iraks. Doch ist das Herzstück Kurdistans das Zagrosgebirge, wo sich das fast 1 700 Jahre alte Taqê Bostan befindet, welches 610 km lang ist und eine Reihe große Felsengrotten aus der Ära des Sassaniden Reiches von Persien darstellt.

Das Gebiet der Kruden besitzt sehr viele Bodenschätze wie Erdöl, Silber und Chrom. Außerdem entspringen dem Gebiet zwei Flüsse: Euphrat und Tigris. Durch das semiarides Klima leben viele Kurden durch die Landwirtschaft. So ist ihnen der Umgang mit Vieh, Ziege und Schaf sehr vertraut. Des weiteren befinden sich viele Nomaden in dem Gebiet Kurdistan.