Die „Geburt“ der Kurden mit Jahreszahlen oder anderen wissenschaftlichen Mittel festzulegen ist nicht möglich. Die Kurden selbst führen ihren Ursprung auf die folgende Legende zurück:

Der grausame Tyrann Zohak beherrschte vor langer Zeit das Land Sharazur. Aus seinen Schultern wuchsen böse Drachen. Diesen Drachen mussten die Menschen jeden Tag die Gehirne zweier Kinder opfern. Lange musste das Volk darunter leiden und machten sich Sorgen um ihre Nachkommen, bis eines Tages jemand auf die Idee kam, die Ungeheuer statt mit Kinderhirnen mit zwei Lämmerhirne zu beruhigen. Die geretteten Babys und Kinder wurden in den Bergen versteckt. Aus ihren Nachkommen wuchs der Stamm der Kurden.

Die ersten Zeugnisse, die die Existenz der Kurden beweist, findet man auf zwei sumerischen Steintafeln aus dem Jahre 2000 v.Chr, die ein Land Kar-da-ka erwähnt. Viele Historiker glauben, dass dieses Zeugnis den ersten Hinweis auf die Existenz der Kurden gibt. Diesbezüglich kann man davon ausgehen, dass die Kurden eines der ältesten Völker im Mittleren Osten sind.

Das Gebiet der Kurden war immer schon Schauplatz vieler Kriege gewesen. Einer der größten Kriege geschah während des Feldzuges Alexander der Großen im Jahre 331 v.Chr., als das Gebiet vom persischem König Dareios III beherrscht wurde. Alexander besiegte die Perser und unterwarf das ganze Gebiet. Nach seinem Tod 323 v.Chr. wurde sein Reich in Diadochenreiche aufgeteilt. Etwa 200 Jahre später marschierten die Römer in den Nahen Osten ein und führten viele Kriege gegen die Parther in Kurdistan. Die aus dem westlichen Iran vordringenden Sassaniden besiegten nach kurzer Zeit die von den Römern geschwächte Parther und gründeten ihren eigenen Staat. Die Kurden mussten nicht nur Steuern, Abgaben und Soldaten bereitstellen, sondern auch die Religion (Zoroastrismus) des Herrschers annehmen.

Im 7. Jh. n. Chr. begann die Herrschaft der Muslime und eroberten Mesopotamien was zur Folge hatte, dass das Kurdische Volk zwangsislamisiert wurde. Dieser Prozess der Zwangsislamisierung dauerte lange an, da sich das Volk gegen die Versklavung wehrten. Dennoch gab es kurdische Stämme, die sich mit der Hoffnung ihrer Selbstständigkeit zu erhalten freiwillig bekehrten.

Das Jahr 1071 war und ist für die heutige Türkei und den Kurden von großer Bedeutung. In der Schlacht von Malazgirt im norden Kurdistans bezwangen die muslimischen Seldschuken mit Hilfe der muslimischen Kurden die Byzantiner (Ostrom). Der Westen sah nun die Seldschuken als Bedrohung , weshalb Papst Urban II am 26. November 1095 die Gläubigen zum Widerstand auffordert.

Mitte des 13. Jahrhunderts fielen Mongolen in den Osten Anatoliens ein und eroberten große Gebiete, wobei sie viele Tote und eine verwüstete Landschaft hinterließen. Durch die Mongolen fiel das osmanische Reich auseinander. Nach dem Tod des mongolischen Herrschers Timur wurde das Gebiet des osmanischen Reiches wiedervereint. Die Osmanen vergrößerten nicht nur im Westen ihre Reich, sondern wollten ebenfalls im Osten Gebiete erobern. Um weiter in den Osten eindringen zu können mussten die kurdisches Gebiet durchqueren, friedlich oder mit Gewalt. Sie entschieden  sich mit Gewalt das Land zu durchwandern, wodurch das mit Kurden besiedelte Gebiet Schauplatz des Krieges zwischen den Osmanen und den Persern wurde. Die Perser wollten sowohl ihr Land verteidigen, aber auch ihr Reich vergrößern. Für die Osmanen war schnell klar, dass Sie für den Sieg die Hilfe der Kurden benötigten. Die Osmanen gewannen die mehrheitlich sunnitischen Kurden für sich, indem Sultan Yavuz Selim den Kurden Unabhängigkeit, Autonomie und Schutz vor Überfällen versprach. Jedoch wurde nach dem Sieg der Osmanen das mit Kurden besiedelte Gebiet mit dem Kasr-i Sirin 1939 zwischen den Osmanen und Persern geteilt. Die Kurden begannen zum ersten Mal sich gemeinsam gegen die Osmane zu wehren und begannen einen Aufstand. Dabei war der größte Aufstand 1843 unter der Führung von Berdirxan von Botan. Er schafte es das Konkurrenzdenken der kurdischen Fürsten zu verhindern. Doch mit der Zeit schaften es die Osmanen die Fürsten wieder aufeinander zu hetzen.

Nach dem ersten Weltkrieg spalteten die Siegermächte das geschlagene Osmanische Reich auf und stellten den Kurden mit dem Vertrag von Sèvres (1920) eine autonome Region mit dem Potential zu einem eigenen Staat in Aussicht. Doch unter der Führung Mustafa Kemals wurde ein neuer Vertrag (Vertrag von Lausanne) unterzeichnet. Dieser neue Vertrag sah die Gründung des Kurdischen Staates nicht vor, sondern die Gründung der Republik Türkei vor sah. So kam es dazu, dass die kurdische Sprache und die Ausübung der Kurdischen Kultur verboten worden ist und Zwangsumsiedlungen durchgeführt worden sind. Diese Unterdrückung wurde mit dem Nationalspruch „Glücklich, wer sich Türke nenne darf „ verstärkt. Die bedeutete für das kurdische Volk die Verleugnung der nationalen und kulturellen Identität. Mit den folgend Zitaten der Kemalisten kann man sich die politische Situation der Kurden erahnen: „Ein Türke ist das ganze Universum wert“, „die Türkei gehört den Türken“, „wer nicht von rein türkischer Herkunft ist, hat nur ein Recht in diesem Land; Das Recht, Diener zu werden; Das Recht Sklave zu sein“, „Wo türkisches Bajonette herrschen, gibt es kein Kurdenproblem“. Erst nach 1991 wurde das Gesetz des Sprachverbotes außer Kraft gesetzt.

Auch im Irak wurde bis 1932 unter Britischer Verwaltung die Idee eines kurdischen Staates aus strategischen Gründen abgelehnt, da Sie eine transnationalen Zusammenschluss der Kuden befürchteten. Dies hätte Irak in Bedrängnis bringen können.

1946 wurde unter dem Schutz der Sowjetischen Union im West-iranischen Mahabad die kurdische Republik ins Leben gerufen. Doch durch den Druck der USA musste die Sowjetische Union abziehen, sodass der neue Staat innerhalb 11 Monaten wieder zurückerobert wurde.

Die Situation der Kurden verschärfte sich im Irak, in der Türkei und auch in Syrien mit Arabisierungspolitik, Zwangsumsiedlungen und am 1979 mit regelmäßigen Razzien in kurdischen Dörfern. Im gleichen Jahr verkündet Khomeini den „Heiligen Krieg gegen die Kurden“. 1988 initiierte Saddam Hussein einen Vernichtungsfeldzug gegen die Rebellen, wobei die kurdische Stadt Helabja Ziel einer Giftgasatacke wurde und schätzungsweise 5 000 Menschen starben. Weitere 7 000 bis 10 000 Menschen wurden so schwer verletzt, dass sie an den Folgen ihrer Verletzung starben oder dauerhafte Gesunheitsschäden erlitten. Daraufhin wurde im März 1991 durch die UNO eine UN-Schutzzone mit kurdischer Selbstverwaltung in Irak eingerichtet.

Mit den Jahren organisierten sich in den verschiedenen Ländern Widerstandsbewegungen, wie die Partei KDP (Demokratische Partei Kurdistans), PUK (Patriotische Union Kurdistans), PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) und weitere Parteien, die sich jedoch feindlich gegenüberstanden. Durch diese innen-kurdische Zerrissenheit sank die Chance für einen Kurdischen Staat.

1999 war die Festnahme Abdullah Öcalans, dem PPK-Führer, dem zunächst nach der Auslieferung die Todesstrafe drohte. Diese Strafe musste die Türkei jedoch zu einer lebenslänglichen Haft umwandeln, da zu dieser Zeit die Todesstrafe in der Türkei abgeschafft worden ist, um in die EU beitreten zu können.